Vertreter der Katholischen Arbeitnehmer:innen Bewegung, Betriebsseelsorge, Arbeiterkammer und der Gewerkschaft trafen sich wieder drei Tage zum Austausch über aktuelle gesellschaftspolitische Themen in der Kartause in Gaming. Besonders die Entwicklung in den USA führt weg von rechtsstaatliche Strukturen und gefährdet die Demokratie. Es geht dabei nicht nur um ökonomische Fragen, sondern auch um Ideologie. Große Tech- und IT-Konzerne bestimmen zunehmend die Politik.
Der frühere Betriebsseelsorger und aktuelle Bürgermeister von Gallneukirchen, Sepp Wall-Strasser, versuchte in seinem Vortrag die geschichtliche Entwicklung mit der Realität unserer heutigen Gesellschaft in Verbindung zu bringen.
Als besondere Vorbilder nannte er den amerikanischen Präsidenten Roosevelt und den Ökonomen Keynes. Roosevelt hatte die Reichen in Amerika bis zu 90% besteuert und durch regulierendes Eingreifen in das wirtschaftliche Geschehen die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise wesentlich abgemildert. Keynes hatte der Marktwirtschaft strenge Regeln gegeben, damit die Kluft zwischen Arm und Reich nicht größer und Armut durch Strukturen verhindert wird. Das Gegenteil zu Keynes war der Ökonom August Friedrich Hayek, der der Marktwirtschaft völlige Freiheit geben wollte und daher glaubte, dass sich die freie Marktwirtschaft von selbst regelt. Diese Linie von Hayek wollten vor allem Margret Thatcher und Ronald Reagan in die Tat umsetzen. Sie sind mit ihrer Politik gescheitert. In Österreich versuchte besonders Bruno Kreisky, die keynesianischen Politik umzusetzen.
„Der Markt braucht unbedingt Regeln und wichtige Bereiche in unserer Gesellschaft, die der Allgemeinheit dienen, sollen nicht privatisiert werden. Errungenschaften, wie die Sozialversicherungen und viele andere, die durch die Gewerkschaften hart erkämpft wurden, dürfen nicht demontiert werden. Diese Linie entspricht auch der Katholischen Soziallehre“, so das Resumee von Kaplan Franz Sieder, dem Initiator der langjährigen Sommerakademie.
